Stefan Suchanka

Stefan Suchanka
Stefan Suchanka

Werdegang

 

 

Als Copywriter ist Stefan Suchanka jeden Tag beruflich auf der Tastatur unterwegs und betreibt werbliches Storytelling. Privat schreibt er am liebsten Texte, die sich in der Schnittmenge von Philosophie, Satire und Komödie tummeln. Anfangs hat er sich im Selfpublishing ausprobiert, jetzt hat er im Kirschbuch Verlag mit seinem Roman „Unser letzter Tag“ eine neue Heimat gefunden.

 


Interview mit Stefan

Stefan, wann hast Du mit dem Schreiben angefangen?

Mit etwa 27 Jahren. Seit ich denken kann, hatte ich Probleme mit dem Einschlafen. Da Valium und andere harte Drogen keine Option waren, habe ich abgefangen, mir epische Geschichten auszudenken. Geschichten, die ich wie eine Heimat nachts besucht und ausgebaut habe, bis sich der Sandmann meiner erbarmt hat. Das meiste war totaler Quark. Dann habe ich eine Story systematischer aufgebaut, sie von Beginn an geordnet und am Ende aufgeschrieben. Daraus sind einige zusammenhängende Geschichten geworden, die im Fantasy-Jugend-Bereich angesiedelt sind.

 

Und jetzt eine zeitgenössische Komödie? Woher der Genre-Wechsel?

Ich interessiere mich sehr für Ideengeschichte und Philosophie. Doch ich dachte, dass man solche Themen nur mit einem gewissen Ernst behandeln kann. Bei einem Schreibkurs der VHS habe ich das Gegenteil gelernt. Es ging um Erzählperspektiven – also nichts, was besonders witzig ist – und eine banale Schreibübung hat mir die Augen geöffnet. Seitdem bin ich in der philosophischen Komödie zu Hause.

 

Wie läuft dein Schreibprozess ab?

Unterschiedlich. Manchmal überlege und recherchiere ich ewig, mache Notizen, Zeichnungen, Powerpoints, bevor ich mit dem eigentlichen Schreiben anfange. Bei „Unser letzter Tag“ kam mir die Grundidee sehr plötzlich und ich habe die Geschichte in zwei Wochen runtergeschrieben. Natürlich musste ich das Ergebnis dann noch ordentlich überarbeiten, aber wenn das Fundament steht, ist die Hauptarbeit gemacht.

 

Was hat dich dazu bewegt, beim Wettbewerb "Bestseller von morgen" mitzumachen?

Ich hatte „Unser letzter Tag“ schon eine Weile herumliegen und absendefertig. Dass ich den Roman nicht selbst verlegen wollte, war mir klar. Aber wie sonst? Und bei wem? Dann habe ich eine Woche vor Einreichungsschluss den Aufruf gesehen. Und das Manuskript nach einem weiteren schnellen Überflug eingereicht. 

 

Was ist dir bei deinen Texten besonders wichtig?

Ich möchte, dass meine Leser etwas mitnehmen. Mindestens ein Lächeln, doch am liebsten eine Frage. Bei „Unser letzter Tag“ ist die Frage: Wird man durch absolute Freiheit zum besseren Menschen oder nicht? Niemand kann das zu 100 % sicher beantworten. Nicht einmal über sich selbst. Gerade da fängt es an, interessant zu werden.

 

Hast Du ein Lieblingsbuch?

Momentan sind es zwei: „American Gods“ von Neil Gaiman, wegen der schier unfassbaren Fantasie und Beobachtungsgabe. Auf anderer Ebene hat mich „1979“ von Christian Kracht ungeheuer beeindruckt, weil er hier beweist, wie rasiermesserscharf die deutsche Sprache sein kann. Stilistisch atemberaubend und mit einem krassen Ende.